Gerade wenn die Tage warm sind, aber die Nächte doch noch etwas kühl anmuten,
ist ein Kleidungsstück nahezu unerlässlich: Der Pullover. Jeder kennt ihn,
nahezu ein jeder hat einen Pullover im Kleiderschrank und irgendwie ist der
Pullover einfach schon immer das Kleidungsstück gewesen, dass wie
selbstverständlich für jede Generation sowie für viele Anlässe passt aber dem
man einfach keine besondere Aufmerksamkeit schenkt. Daher sollte man wirklich
einmal dem Bekleidungs-Chamäleon Pullover eine ungeteilte Aufmerksamkeit zu Teil
werden lassen und dieses detailliert betrachten.
So wird als Pullover ein
Bekleidungsstück bezeichnet, welches aus unterschiedlichen Materialien
bestehen kann und das immer aus Ärmeln sowie einen Körperteil besteht. Angezogen
wird dabei der Pullover über den Kopf und hat deshalb auch oftmals noch die
altertümliche Bezeichnung Jumper intus. Dabei beruht diese altertümliche
Bezeichnung auf dem englischen Wortlaut und bedeutet frei übersetzt Überzieher,
wobei man heute darüber streiten kann, wann diese wörtliche Definition erstmalig
in Erscheinung trat. Nahezu sicher ist hier hingegen jedoch, dass erstmalig im
Jahre 1817 der Begriff Pullover im deutschsprachigen Raum übernommen wurde und
sich ab dem Jahre 1950 die Kurzform Pulli etabliert hat. Ursprünglich wurde
dabei der Begriff gerne auch für den heute als Pullunder bekannten
Kurarmpullover verwendet, der entgegen des Pullovers keine langen Ärmel besitzt
und oftmals gerne in Kombination mit einem klassischen Hemd getragen wird.
In manchen Regionen Deutschlands bezieht sich dabei der Begriff Pullover
aufgrund der mittlerweile zahlreichen ergänzenden Bezeichnungen rein auf einen
Strickpullover, welcher aus Wolle und oftmals in Handarbeit gefertigt wird..
Verantwortlich hierfür ist dabei sicherlich die in den späten 70ger Jahre
entstandene Öko-Alternativbewegung, welche sich durch die handgestrickten
klassischen Norwegerpullover identifizierte. Klassische Pullover aus Materialien
wie Baumwolle oder auch Shirtstoff werden hingegen heutzutage oftmals als
Sweatshirt bezeichnet oder sofern sie über ein wildes Muster verfügen auch gerne
als Jaquard Pullover. Diese feine aber durchaus übliche Definition hat sich
dabei in manchen Kreisen etabliert, aber sicherlich ist es keine Schande auch
weiterhin alles mit langen Ärmeln und einem Körperteil versehenes als Pullover
zu bezeichnen.
Der Pullover ist damit wahrlich ein vielseitiges Modestück, mit zahlreichen
Bezeichnungen, dass individuell von Mann sowie auch Frau getragen werden kann.
Dabei war dies aber nicht immer so. Denn es gab durchaus eine Zeit, in der ein
Pullover keinesfalls gern gesehen war und längst nicht gesellschaftsfähig war.
So war der Pullover oftmals in der Vergangenheit zu schlicht und zu
undefinierbar, als das er in bestimmten sozialen Ebenen Anerkennung finden
konnte. Man sah gerade in der Vergangenheit den Pullover ähnlich wie auch die
Jeans oftmals im Einklang mit dem Arbeiterwesen und der schlichten Bevölkerung,
wobei unumstritten auch höher gestellte Personen seit jeher den praktischen
Aspekt dieses Kleidungsstückes zu schätzen wusste. Offiziell zu der Tragbarkeit
des Pullovers hat man sich hierzulande erst Ende des 20. Jahrhunderts bekannt,
denn im Verlauf der Reform sowie des Einzugs der Sportbewegung fand dieses
Kleidungsstück Verwendung in zahlreichen etablierten Begebenheiten und man
wusste um die zahlreichen Vorzüge dieses. Im Verlauf dieser gesellschaftlichen
Reform erlebte dabei der Pullover eine nahezu überwältigende Anerkennung und
bald waren seine diversen Abwandlungen wie das Twinset oder auch der
Rollkragenpullover markante Erkennungszeichen, die beispielsweise den
Existenzialisten sowie den Intellektuellen zugeordnet werden konnte.
So ist gerade in diesem Bereichen der Rollkragenpullover auch heute hier noch
ein standarisiertes Modeensembles, dass gerne Verwendung findet und das ein
gewisses Markenzeichnen darstellt. Aber auch in anderen Kreisen hat sich der
Pullover längst einen festen Platz gesichert, wenngleich man wahrlich sagen
kann, dass er trotz seiner individuellen Erscheinung in manchen Ebenen bislang
immer noch den Status des Beiwerkes besitzt. So ist der Pullover zwar in
privaten Bereichen, im Freizeitwesen oder auch in manchen beruflichen Kreisen
durchaus als ein Einzelkleidungsstück gerne gesehen, wird aber gerade in
akademischen Berufsbildern immer noch als unetabliertes
Kleidungsstück
betrachtet, dass nur in Kombination mit einem Hemd den Träger “angezogen” wirken
lässt. Erstaunlicherweise wird dabei dies noch in zahlreichen Segmenten wie dem
beratungsintensiven Berufen sogar stillschweigend festgelegt und man kann auch
heute noch beobachten, dass sich viele Arbeitnehmer an diese modische Etikette
der Vergangenheit halten.
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