Das Leid mit der Größe- die Konfektionsgrößen in der Modewelt

Ein Blick in Modegeschäfte und Damenmode Boutiquen offenbart immer wieder das gleiche Schauspiel, dass so manch einem sicherlich vom heimischen Ritual bekannt sein dürfte. Da steht eine Dame oder auch ein holder männlicher Zeitgenosse mit gerunzelter Stirn und feuerroten Wangen vor dem Spiegel, der Verkäufer steht mit dem Maßband in der Hand teilnahmslos daneben und bestenfalls sitzt irgendwo im Eck noch ein schelmisch grinsendender Bekannter, der den erbitterten Kampf zwischen Reisverschluss und Bauchumfang zynisch beobachtet. Wahrlich kein schöner Gedanke, den aber die meisten Deutschen schon einmal erlebt haben und der einfach tägliche Praxis ist. Denn nahezu in jeder Stunde ärgert sich irgendwo in Deutschland ein Zeitgenosse darüber, dass die gewohnte Konfektionsgröße nicht mehr passt, obwohl die Waage immer noch das gleiche Gewicht anzeigt. Wie aber kann das sein?

 

Nun dieses kuriose Spiel der Konfektionsgrößen der Mode oder auch der Damenmode ist sicherlich nichts neues und beschäftigt nicht nur zahlreiche Privatpersonen sondern auch Hersteller und Vertriebe. Dazu muss man zunächst einmal erklären, dass die Berechnung der Konfektionsgrößen von Damenmoden oder auch Herrenmoden auf einem Größenprinzip basiert, welches mehr als drei Jahrzehnte zurück liegt. Damals ging man davon aus, dass Frauen eine durchschnittliche Größe von rund 165 Zentimeter erreichen, während die Herren der Schöpfung durchaus einige Zentimeter mehr messen durften. Alles was darunter oder auch darüber lag, galt in den 90ern als eine Sondergröße und rief sogenannte Kurz- oder auch Langgrößen ins Leben, die sich bis heute noch hartnäckig halten.

 

Natürlich ist dabei dieses Verfahren der Annahme heutzutage mehr als überholt, denn man kann davon ausgehen, dass ein prozentualer Großteil der Frauen größer als die erwähnten 165 Zentimeter ist und damit keinesfalls den veralteten Klischee entspricht. Leider ist bis heute dies jedoch noch nicht an die zahlreichen Hersteller der Damenmoden gedrungen, wenngleich im Jahre 2007 eine nationale Vermessung mit mehr als 12.000 Männern und Frauen erfolgte und damit eigentlich aktuelle Maße vorliegen würden. Jedoch erfolgte diese forschungsintensive Analyse im Auftrag einiger Unternehmen der Bekleidungsindustrie sowie auch deutscher Automobilhersteller und ist damit nicht für die allgemeine Masse zugänglich. Diese Handhabung führt dann natürlich dazu, dass sich bisweilen unterschiedliche Konfektionsgrößen und Schnitte ergeben können und sich daher das eingangs erwähnte Bild einstellen kann. So ist es salopp gesagt gängige Praxis, dass eine Frau mit normaler Figur bisweilen zwischen Konfektionsgröße 38 bis 44 schwankt und Damenmode in diesen Größen ihren Kleiderschrank zieren.

 

Daneben muss man natürlich gerade in Hinblick auf die unterschiedlichen Konfektionsgrößen bei Damenmoden und Herrenbekleidung erwähnen, dass es neben den deutschen Konfektionsgrößen auch die US- Größen sowie die internationalen Größen gibt. Diese unterscheiden sich dabei wesentlich von der Bezeichnung sowie auch der Berechnung oder deren Grundlage. Denn während die deutschen Größen noch einem Berechnungsgrundsatz unterliegen, ist beispielsweise die Damenmode in Italien wesentlich vom angenommenen Verhältnis der Körpermaße abhängig oder auch vom Sinnbild des Designers. Daher kann man sicherlich in Hinblick auf die Damenmode immer nur wieder sagen, dass probieren über studieren geht und Frau sich daran gewöhnen muss, dass sie heute noch eine Damenmode in Größe 44 trägt, aber morgen vielleicht schon in eine 38 passt.

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