Posts Tagged ‘Pailletten’

Mode der 20er Jahre

Donnerstag, Februar 27th, 2014

Wenn man an die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts denkt, fallen sofort Stichworte wie der amerikanische Tanz Charleston, Paillettenkleider, Federschmuck, wirtschaftlicher Aufschwung nach dem Ersten Weltkrieg und rauschende Partys und Feste ein. Bis heute haben die Mode und die auch die Musik der „Roaring Twenties“ oder der Goldenen Zwanziger nichts von ihrer Faszination verloren, Mottoparties und Karnevalskostüme sind da nur ein Indiz dafür. Doch was hat man tatsächlich zu dieser Zeit getragen?

Glamour und neuer Wohlstand beeinflusst die Mode

Glamour, neuer Wohlstand und Feiern, das war in den Zwanziger Jahren das Motto. Man wollte zeigen, was man hatte, gerade auch in der Mode. Dazu kamen eine modische Revolution und ein neues, selbstbewusstes Selbstverständnis der Frauen. Nach dem Esten Weltkrieg wurden viele Frauen berufstätig und wollten diese neue Freiheit auch in der Mode ausdrücken. Sie wollten Bein zeigen und emanzipiert den eigenen Stil bestimmen. Daher wurde das Korsett aus dem Kleiderschrank verbannt, sportliche und sexy Kleidung waren gefragt. Kleider wurden nun nicht mehr figurbetont geschnitten, sondern fielen lockerer und gerade aus, Röcke und Kleider wurden kürzer und reichten – was für ein Skandal zu dieser Zeit – bis zum Knie. Die Kleider, gerade in der Abendmode, waren meist mit gleichen Dekolletees vorne und am Rücken versehen. Spaghetti-Träger wurden modern und zeigten auch Arme und Schultern. Hängekleidchen oder das Charleston-Kleid durften nicht im Kleiderschrank fehlen. Frauen wie Marlene Dietrich oder Coco Chanel prägten einen individuellen, modernen Kleidungsstil, der bis heute die Modewelt beeinflusst. Hosen und maskuliner Kleidungsstil wurden so bekannt und salonfähig.

Auffällige Make-Ups und Accessoires

Das zeigte sich auch bei Frisuren, Styling und Accessoires. Denn keine braven langen Haare waren in, sondern frische, kräftige Farben, freche Kurzhaarfrisuren und Smokey Eyes sind bis heute en vogue. Frauen trugen auffällige Make-Ups, Krawatten und Hüte und raffinierte Accessoires wie Federboas, Zigaretten mit Spitze. Ohne eine schicke Mütze oder einen auffälligen, legeren Hut ging die modebewusste Frau nicht aus dem Haus. Dazu kamen große Perlenketten, Kuvert-Handtaschen oder Stirnbänder, die der letzte Schrei waren, ebenso wie Pailletten. Beim Make-Up achtete man auf kräftige Lippen in kirschrot sowie Rouge in Rosé oder Himbeere. Ausgeprägte, in Herzform gefärbte Lippen waren absolut in. Außerdem wählten die Damen kräftige Farben wie Rotbraun, Orange oder Dunkelrot, um die Männerwelt zu verführen. Bubikopf-Frisuren wurden gesellschaftsfähig, denn bis dato waren Kurzhaarfrisuren nur Frauen mit zweifelhaftem Ruf vorbehalten. Hilfsmittel wie Haarspray und Gels waren nun nicht nur bei den Männern zu finden, sondern auch bei den Frauen. Züchtige Frisuren mit Dutt oder anderweitig hochgesteckte Haare waren nun kein Muss mehr. Dabei gab es viele Varianten der Kurzhaarfrisuren, nämlich mit Pony, frechen Fransen oder strengem Seitenscheitel. Auch die Schuhmode veränderte sich. Kurze Röcke und Kleider gaben den Blick auf die Schuhe frei, sodass nun auffällige, Schuhmodelle mit hohen Absätzen und Riemchen beliebt wurden.

Hellere Farben in der Kindermode

 

Ähnliches galt auch für die Kindermode dieser Zeit. Die Mädchen durften nun ebenfalls knielange Röcke und Kleider tragen, die Farbe Weiß überwog. Auch Blumenmuster waren beliebt. Schwere, dunkle Stoffe verschwanden zunehmend und auch die Jungen durften leichtere Jacketts und Jacken tragen, statt der dunklen Anzüge. Diese Entwicklungen sind vor allem in den großen Städten zu beobachten gewesen. Auf dem Land sah man die neue Mode nicht so gern.